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Geschichte > Imperialistisches Japan

Einführung

Jomon-Kultur Yayoi-Kultur Yamato Periode
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Muromachi PeriodeAzu-Momoyama PeriodeEdo Periode
Meji-RestaurationImperialistisches JapanJapan nach 1945








Am Ersten Weltkrieg beteiligte sich das mit Großbritannien verbündete Japan auf der Seite der Entente. Mit der Überreichung der 21 Forderungen an die chinesische Regierung am 18.1.1915 versuchte es sich die Vorherrschaft in China zu sichern. Außerdem besetzten japanische Truppen Shandong und hielten von 1918-22 Teile Sibiriens besetzt. Im Versailler Vertrag von 1919 ging das Pachtrecht von Kiautschou mit Tsingtau, das die Japaner am 7.11.1919 erobert hatten, auf Japan über; vom Völkerbund wurden ihm die bisher deutschen Karolinen, Marianen und Marshallinseln als Mandatsgebiet zur Verwaltung übertragen. 1922 trat Japan dem Washingtoner Flottenabkommen bei und beteiligte sich am Neunmächteabkommen zum Schutz Chinas und der dort von Ausländern erworbenen Rechte. Dabei trat es von seinen 21 Forderungen zurück, räumte Shangdon mit Tsingtau und verzichtete auf die Hälfte von Sachalin, nachdem es diplomatische Beziehungen mit der Sowjetunion aufgenommen hatte.

Innenpolitisch hatte sich ein Zweiparteiensystem herausgebildet, das sich auf die Parteien Seiyukai und Kenseikai (nach 1927 Minseito) stützte. 1922 war die Kommunistische Partei Japans in der Illegalität gegründet worden. Wachstumsprobleme der Industriegesellschaft und ihre Auswirkungen (Inflation, Arbeitslosigkeit usw.) die in Unruhen aufgrund der Hochpreispolitik beim Reis (1918) und in der allgemeinen Wirtschaftskrise (1920-22) zum Ausdruck kamen, drängten nicht nur auf sozialpolitische Lösungen, sondern auch auf verfassungspolitische (z.B. 1925 Erweiterung des Wahlrechts). Entscheidend für Japans weitere politische Entwicklung wurde aber der in den 1920er Jahren wachsende Einfluß radikaler Offizierskreise. Politisch ausschlaggebend waren der Geheime Staatsrat und der 1903 als Beratungsgremium für den Kaiser gegründete Militärsenat. Über Letzteren wirkte der übersteigerte Nationalismus der Militärs und der ihnen verbundenen Geheimgesellschaften auf die Regierung ein.

Ein verheerendes Erdbeben am 1.9.1923 zerstörte große Teile Tokyos und Yokohama.
Am 25.12.1926 trat Kaiser Hirohito (1901-89) die Regierung an und stellte seine Regierungszeit unter den Leitgedanken "showa" (leuchtender Friede).

Innenpolitisch verursachte in den 30er Jahren die Hinwendung zu einer nationalistisch überspitzten Politik folgenschwere Wandlungen, die zum Teil durch die Pläne zur Neuordnung Ostasiens unter japanischer Schirmherrschaft bedingt waren. Am 20.2.1928 hatten zum ersten Male Wahlen zum Reichstag nach dem allgemeinen Wahlrecht stattgefunden, aber schon wenige Jahre später begann sich das Streben nationalistisch-militärischer Kreise nach Ausschaltung des Reichstages und Abschaffung des Zweiparteiensystems immer deutlicher bemerkbar zu machen. Bei dem Militärputsch von 1932 (Affäre vom 15.Mai) wurde der als gemäßigt geltende Ministerpräsident Inukai Tsuyoshi (1855-1932) ermordet; 1936 (Affäre vom 26.Februar) folgte ein Aufstand jüngerer Offiziere, der am 29.2. unterdrückt wurde. 1940 waren die chauvinistischen und antiparlamentarischen Gruppen so erstarkt, daß sich die beiden Parteien auflösten. An ihre Stelle trat eine Art Einheitspartei, die "Vereinigung zur Unterstützung der Kaiserherrschaft" (Taisei yokusankai).

Nach einem von japanischen Offizieren am 18.91931 inszenierten Zwischenfall bei Mukden (Shenyang) kam es zum Ausbruch des Mandschureikonflikts: Die drei mandschurischen Provinzen Chinas (Mukden, Jilin, Heilongjiang) sowie die Provinz Jehol wurden von den Japanern besetzt; 1932 konstituierte sich der von Japan abhängige Staat Mandschukuo (am 1.3.1934 formell zum Kaiserreich unter Pu Yi proklamiert). Da dieser vom Völkerbund nicht anerkannt wurde, trat Japan 1933 aus diesem aus. Am 25.11.1936 wurde der Antikomminternpakt zwischen Deutschland und Japan unterzeichnet, dem Italien am 6.11.1937 beitrat. Am 7.7.1937 kam es zum Ausbruch des Japanisch-Chinesischen Krieges (nach einem Feuerwechsel an der Marco Polo Brücke bei Peking), der Aufgrund der von vielen japanischen Truppenteilen bewußt grausamen Kriegsführung hohe Verluste innerhalb der chinesischen Bevölkerung forderte. Mit der Erklärung von Ministerpräsident konoe Fumimaro 1938, in Ostasien solle eine Wohlstandssphäre geschaffen werden, umriß Japan seine expansive Außenpolitik, die gegen die Interessen und Besitzungen der Westmächte gerichtet war. Erster Schritt auf diesem Weg war die Einsetzung (30.3.1940) einer chinesischen Nationalregierung unter Wang Jingwei (1883-1944) in Nanking und weitere militärische Vorstöße in Richtung Indochina. Als Reaktion auf das japanische Vorgehen kündigten die USA im Juli 1939 den Handelsvertrag von 1911 und verhängten wirtschaftliche Sanktionen, denen sich Großbritannien und die Niederlande anschlossen. Am 27.9.1940 wurde der Dreimächtepakt zwischen Japan, Deutschland und Italien unterzeichnet. Nach der Beilegung eines japanisch-sowjetischen Militärkonflikts an der mandschurisch-mongolischen Grenze (1939) schloß Japan mit der UdSSR einen Neutralitätspakt (13.4.1941). Mit dem Angriff auf Pearl Harbor (7.12.1941) und der Kriegserklärung an die USA und Großbritannien erfolgte Japans Eintritt in den Zweiten Weltkrieg, in dem es zeitweilig ganz Südost-Asien und den westpazifischen Raum erobern konnte. Die japanische Großoffensive wurde jedoch schon im April 1942 gestoppt, als die amerikanische Luftwaffe erstmals die japanischen Hauptinseln angriff und es kam in der Seeschlacht von Midway (Juni 1942) und bei den Kämpfen auf Guadalcanal (bis Februar 1943) völlig zum Erliegen. Nach Landung der Alliierten auf Iwojima (Februar 1945) und Okinawa (April 1945) war der Krieg für Japan verloren. Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki (6. bzw. 9.8.1945) sowie der sowjetischen Kriegserklärung (8.8.1945) verkündete Kaiser Hirohito durch eine Radioansprache am 15.8.1945 die bedingungslose Kapitulation des Landes. Am 2.9.1945 wurde die Kapitulationsurkunde an Bord des amerikanischen Schlachtschiffes "Missouri" in der Sagami-Bucht vor Tokyo unterzeichnet.

Publiziert am: Freitag, 30. Juni 2006 (4221 mal gelesen)
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